Sozialkompetenz: Ein ganzer Kerl dank Empathie?

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A man in holding another man's hand for sympathy

Bereits Herbert Grönemeyer stellte die Frage, wann ein Mann ein Mann sei. Gefühlt ist sie in den letzten Jahren, ja sogar Jahrzehnten für viele Männer nicht so richtig befriedigend geklärt worden. De facto ließe sich darüber wahrscheinlich auch trefflich und sehr lange streiten. Aber eins dürfte klar sein: Ohne Sozialkompetenz geht nicht mehr viel. Weder auf Frauen- noch auf Männerseite.

Im Gegensatz zu Frauen, denen dieser Skill aber in der Öffentlichkeitswahrnehmung in die Wiege gelegt zu sein scheint, müssen Männer offenbar mehr um ihn kämpfen. Weshalb sich schnell die Frage stellt, ob Sozialkompetenz überhaupt zu den erstrebenswerten Eigenschaften des ’starken Geschlechts‘ zählt?

Hart oder weich? Wie ist der perfekte Mann denn nun?

Während noch vor einigen Jahrzehnten die Männerwelt in puncto eigene geschlechtliche Identität ziemlich offensichtlich zu sein schien, herrscht heute eine im Vergleich dazu recht große Unsicherheit. Ein Problem für alle, die es nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Mitmenschen – gerade den Frauen – mit recht machen wollen.

Die Krux an dieser Stelle: Schon vor gut zehn Jahren stellte die Welt fest, dass es die Gesellschaft den Männern nicht unbedingt leichter macht, neue soziale Rollen zu entdecken und ohne Debatten für sich selbst gewinnbringend zu nutzen.

Oder mit anderen Worten: Sozialkompetenz ja, eine Waschlappen-Existenz auf keinen Fall.

Wie genau das Ganze aufgelöst werden soll, darüber streiten sich die Geister bis heute. Nur eins ist klar. Es geht um eine Gratwanderung. Also Empathie auf der einen, und ein gesundes Ego auf der anderen Seite. Eine echte Herausforderung, beides unter einen Hut zu bekommen – aber lohnt es sich auch, sie anzunehmen?

Prinzipiell befreit es ungemein, wenn man(n) für sich festhält, dass sowieso nicht alle Mitmenschen mit dem Ergebnis zufrieden sein werden.
Von geht es viel eher darum, zu konstatieren, ob man sich in seinem Umfeld wohlfühlt, was die
eigenen Ziele sind und wessen Meinung man in diesem Zusammenhang für relevant hält.
Dabei sollte natürlich nicht vollkommen außer Acht gelassen werden, dass es gewisse Fairness-Gesetze gibt, an die sich ein Gentleman zu halten weiß.

Denn egal, wie sich das Männerbild auch weiterentwickelt. Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass Sozialkompetenz in Form von Fairness prinzipiell unmännlich sei.

Neurobiologisch betrachtet …

… scheint Frauen ein soziales Verhalten in der Tat eher in die Wiege gelegt zu werden. Forschern zufolge werden sie von ihrem Gehirn tendenziell eher belohnt als ihre männlichen Gegenparts.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Empathie und Sozialkompetenz von Natur aus keine Chance auf einen Platz im Leben eines Mannes haben. Männer müssen diese Skills nur eben mehr trainieren.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse beweisen jedenfalls, dass zwischen dem Lern- und Belohnungsprozess eine enge neurobiologische Beziehung herrscht. Will heißen: Je mehr man(n) tut, was man gelernt hat und was gelobt wird, desto eher spendiert das Gehirn eine Portion des Glückshormons Dopamin.
In der Gesellschaft trifft das bei Frauen immer noch auf zwischenmenschliches Verständnis und bei Männern auf Durchsetzungsfähigkeit zu.

Wobei es nicht so zu sein scheint, als könnte das jeweilige Geschlecht nicht auch das andere Verhalten erlernen. In Bezug auf Männer hieße das, dass mehr Männer, aber auch Frauen, bei ihnen eine höhere Sozialkompetenz auch wirklich anerkennen und fördern müssten. Ohne sich in ihrem weiblichen Rollenverständnis angegriffen zu fühlen.

Dass diese Fähigkeit unter dem Strich auf alle Lebensbereiche Vorteile mit sich bringt, zeigt ein Beitrag des Bildungsspiegels. Man(n) erinnere sich einfach daran, dass Kompetenz sexy macht …

Sozialkompetenz als Eigenschaft einer anerkannten Führungspersönlichkeit

Fragt man Männer wie Frauen nach DEM Inbegriff von Männlichkeit schlechthin, würden wohl die meisten mit Dominanz und der Fähigkeit, zu führen, antworten.

Interessanterweise haben Befragungen zwischen 2011 und 2015 ergeben, dass die Fähigkeit, sozialverträglich zu führen, vor allem Frauensache ist.
Die Ladys in Führungspositionen haben – zumindest im Rahmen der Teilnehmergruppe – eine zutreffendere Selbstwahrnehmung. Gleichzeitig punkteten sie unter anderem auch in den Bereichen motivierendes Führungsverhalten und Konfliktmanagement. Männer waren ihnen lediglich im Aspekt Selbstkontrolle überlegen.

Daraus lässt sich natürlich die Forderung ableiten, dass mehr Frauen in höhere berufliche Positionen gehören. Sicherlich nicht grundverkehrt, wobei bei dieser Forderung eine Überlegung etwas auf der Strecke zu bleiben droht:

Ist Sozialkompetenz für männliche Führungskräfte nicht mindestens genauso erstrebenswert?

Denn je besser die emotionale und soziale Kompetenz der Führungspersönlichkeiten, desto größer ist die Chance, dass Mitarbeiter(innen) langfristig im Unternehmen bleiben wollen. Von größerer Produktivität einmal ganz abgesehen.

Und wodurch lassen sich ein Führungsanspruch und Dominanz besser untermauern, als mit der Tatsache, dass man(n) wirklich in der Lage ist, andere Personen (auch zu deren Vorteil) anzuleiten?
Sozialkompetenz und ein Führungsanspruch schließen sich also keinesfalls aus. Vielmehr wird jener durch ausgeprägte zwischenmenschliche Skills erst so richtig begründbar.

Im Umkehrschluss auf das Partnerschafts- und Sexleben …

… bedeutet das: Die Dosis macht das Gift und ja, es bleibt bei dem Drahtseilakt zwischen völlig uneigennützigem Waschlappen und komplett ausgemachtem Egomanen. So betrachtet werden Männer es auch in den nächsten Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten nicht ganz leicht haben, sich vollkommen frei zu entfalten und dafür von der Gesellschaft gelobt zu werden.

Aber das braucht einen Mann, der seinen ganz persönlichen Weg geht, ja nicht weiter zu stören. Und Sozialkompetenz hat noch keinem geschadet – nicht einmal in der Steinzeit. Denn schon zu diesem Zeitpunkt waren die Jagderfolge am größten, wenn ein eingeschworenes Team und nicht nur eine Einzelperson auf die Jagd ging …

Übrigens: Ein straighter Mann mit Empathie für seine Mitmenschen wirkt direkt eine Spur zuverlässiger und fähiger. Und damit auch erotischer – was sein Sexleben fast wie von alleine pusht.
Eine Penisvergrößerung kann (bei Bedarf) diesen Effekt sogar noch zusätzlich unterstützen. Schließlich ist auch ein gesundes Selbstwertgefühl als Grundlage für Erfolg in zwischenmenschlichen Belangen nicht zu unterschätzen.

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Quellen:

https://www.bildungsspiegel.de/news/personalfuehrung-planung-entwicklung/594-studie-frauen-sind-maennern-bei-fuehrungsrelevanten-emotionalen-und-sozialen-kompetenzen-voraus

https://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-frauen-sind-grosszuegiger-1.3701751

https://www.welt.de/vermischtes/article738778/Wie-Mann-sein-muss-damit-Frauen-ihn-lieben.html

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