Rauchen: Wie gefährlich ist es für die Potenz?

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a young man smoking a cigarette

Es gibt einige Rituale, die fast klischeehaft zum Sex dazugehören. Eines davon ist die „Zigarette danach“. Wahrscheinlich gibt es in Filmen älteren Datums keine einzige Sexszene, die nicht mit dem gemeinsamen Rauchen beendet wird. Heute hat natürlich nicht nur Hollywood dem Glimmstängel abgeschworen: Dass das Rauchen gesundheitsschädlich ist, weiß inzwischen jedes Kind. Weniger bekannt ist allerdings, dass es sich auch potenzgefährdend auswirken kann. Auch für die Sexualität gilt also der Satz „Ohne Rauch geht’s auch“. Oftmals sogar besser.

Warum ist Rauchen so gefährlich für die Potenz?

Die Ursache für nikotinbedingte Potenzstörungen ist eigentlich relativ einfach zu ergründen. So ist auch jenseits von der Sexualität bekannt, dass das Rauchen für Ablagerungen in den Blutgefäßen verantwortlich ist. Dabei liegt es auf der Hand, dass diese Ablagerungen auch vor den Geschlechtsteilen nicht Halt machen. Für den Sex ist eine Erektion aber unerlässlich – und diese wird dadurch erzeugt, dass sich der Schwellkörper prall mit Blut füllt. Klar, dass vorhandene Ablagerungen in diesen Blutgefäßen potenzgefährdend wirken. Dabei muss es sich nicht einmal um eine ausgewachsene Arteriosklerose handeln, wie sie auch altersbedingt entstehen kann. Schon kleinere Fett- und Kalkablagerungen, die durch das Rauchen begünstigt werden, sind potenzgefährdend und können schlimmstenfalls mehr Frust als Lust bedeuten.

Das Risiko durch das Rauchen kann sich natürlich zusätzlich erhöhen, wenn bestimmte Gewohnheiten oder Vorerkrankungen vorliegen. So gilt auch ein übermäßiger Alkoholkonsum als potenzgefährdend, ebenso Diabetes, Bluthochdruck und Bewegungsmangel. Als Faustregel gilt dabei: Je mehr dieser Faktoren auf den einzelnen Mann zutreffen, desto höher ist sein Risiko, Potenzstörungen zu entwickeln. Der Verzicht auf das Rauchen ist also ein erster Schritt, die potenzgefährdenden Faktoren zu minimieren.
Übrigens hat der Focus bereits 2008 über eine interessante Studie zu diesem Thema berichtet.

Wie sieht es mit E-Zigaretten aus?

Die E-Zigarette gilt als Wunderwaffe gegen das Rauchen. Fakt ist, dass die E-Zigarette keinen Rauch, sondern „nur“ Dampf entwickelt, in dem sich vergleichsweise wenige giftige Substanzen nachweisen lassen. Allerdings sind sich die Fachleute bisher uneins, wie es sich mit den Gesundheitsgefahren durch das Inhalieren dieser Dämpfe verhält. Ein Team rund um die Kardiologin Holly R. Middlekauff von der California University in Los Angeles befasste sich aber ausführlich mit dem vermeintlich „gesunden Rauchen“.

Die Ergebnisse sind leider nicht ermutigend, wie auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung Anfang 2017 berichtete.

Denn wenngleich bei den Probanden weniger toxische, potenziell krebserregende Substanzen im Urin nachgewiesen wurden, wie sie durch das normale Rauchen entstehen, so wurden doch enorme Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System erkannt. Die Herzschlagrate ist stark verändert, das Nervensystem wird beeinträchtigt und die Blutgefäße stehen unter oxidativem Stress. Laut der Forschergruppe sind genau diese Faktoren ebenso potenzgefährdend wie die Inhaltsstoffe im Zigarettenrauch.

Die Forschergruppe ist, wie übrigens viele andere Fachleute auch, inzwischen überzeugt: Die E-Zigarette ist in mancher Hinsicht weniger schädlich als ihr qualmendes Pendant. Trotzdem ist sie gesundheitsschädlich und potenzgefährdend und viele Auswirkungen auf den menschlichen Organismus lassen sich bisher nicht absehen. Das Rauchen durch das Qualmen zu ersetzen ist also nur dann eine gute Idee, wenn es als Überbrückung bis zum völligen Nikotinverzicht gedacht ist.

Wie könnte man(n) sich jetzt verhalten?

Wie bei so vielen Genussmitteln gilt auch beim Rauchen: Die Dosis macht das Gift. Ab und zu ist der Genuss einer Zigarette auch nach Meinung vieler Fachleute kein Problem. Allerdings wissen Raucher nur zu gut, wie schwer es ist, hier echte Selbstdisziplin walten zu lassen.
Die meisten Freunde des Glimmstängels rauchen tendenziell zu viel, was sich natürlich nicht nur potenzgefährdend auswirkt, sondern schädlich ist für die Gesundheit insgesamt.

Es gibt also zwei Möglichkeiten, die zugegebenermaßen beide nicht ganz einfach sind. Entweder man reduziert das Rauchen auf ein kleines Minimum oder man hört gleich komplett auf.

Klarer Vorteil: Dann schmecken auch die Küsse besser, was ebenfalls zu einem erfüllten Sexualleben beiträgt …

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Quellen:

https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/nichtrauchen/news/nikotinsucht_aid_106554.html
http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/die-falsche-hoffnung-auf-unschaedliches-nikotin-14860398.html
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28073600
https://www.nichtraucherhelden.de/magazine/rauchen-und-impotenz-warum-sich-die-zigarette-danach-nicht-lohnt-61

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