Intimpiercing beim Mann – Lust durch speziellen Schmuck?

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Schaut man sich auf der Straße und in den Medien um, entsteht schnell der Eindruck, dass ein hoher Prozentsatz der Menschen – gerade der jüngeren – gepierct sei. In der Tat erfreuen sich Gesichtspiercings hoher Beliebtheit. Doch schaut man einmal, wie weit das Intimpiercing beim Mann verbreitet ist, stellt es sich immer noch als relative Seltenheit heraus.

So trugen laut einer 2011 stattfindenden Befragung 16 von 2.000 interviewten Frauen und Männern entsprechenden Schmuck. Was einer Quote von 0,8 Prozent entsprach – und zwar für beide Geschlechter zusammen. Und es darf davon ausgegangen werden, dass sie in den letzten Jahren nicht deutlich gestiegen ist.

Wer trägt Intimpiercings – und warum?

Der Ehrlichkeit halber muss erwähnt werden, dass die Bereitschaft zum Stich in empfindlichere Zonen mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt. Es überrascht also nicht, dass Ringe, Stäbe und Co. bei Twens deutlich eher zu finden sein dürften als bei der Ü50-Altersgruppe. Dafür sind die Quoten bei jüngeren Männern eben entsprechend höher.

Zusätzlich stellt sich die Frage, warum man(n) überhaupt ein Piercing-Studio aufsucht und sich seine empfindlichsten Körperzonen durchstechen lässt. Wirklich sind die Gründe, warum sich Männer für Intimpiercings entscheiden, höchst unterschiedlich.

  • Manchen gefällt vor allem der optische Effekt.
  • Viele erhoffen sich zudem eine stärkere sexuelle Stimulation. Auf ihrer eigenen Seite wie auch auf der ihrer Sexpartnerin oder ihres Sexpartners.

Was den optischen Effekt betrifft, scheiden sich zwar die Geister an dieser Form der Körper-Verzierung.
Dennoch gibt es zahlreiche Frauen und Frauen, die ein ästhetisches und handwerklich gut gemachtes Intimpiercing beim Mann gerne genauer unter die Lupe nehmen. Und sofern über sexuelle und optische Vorlieben schon im Vorfeld gesprochen wird, kann es ja beiläufig erwähnt und gegebenenfalls im Zweifelsfall herausgenommen werden.

In Bezug auf die stärkere sexuelle Stimulation entscheidet dann das einzelne Modell über den Mehrwert für den Mann und seine Sexpartner(innen).

Intimpiercing beim Mann – welche Varianten sind besonders beliebt?

Zur Gruppe der gefragten Intimpiercigs zählen

das Prinz-Albert-Piercing (Harnröhre) der Ampallang (horizontal durch die Eichel) der Apadavya (vertikal durch die Eichel)
das Frenulum-Piercing der Dydoe (Eichelrand) und das Hafada (Haut desHodensacks)

Nichtsdestotrotz ist das wohl beliebteste und am häufigsten vorkommende Intimpiercing beim Mann das Brustwarzenpiercing. Sofern man des denn zum Bereich Intimschmuck dazuzählt.

Erhöht sich die sexuelle Stimulation durch das Piercing-Tragen tatsächlich?

In Bezug auf den Mann selbst

Ja, mit gewissen Abstrichen. Obwohl oft eine Dauerstimulation befürchtet wird, ist diese Gefahr nur in geringem Maße gegeben.
Sicherlich braucht der Körper einige Zeit, um sich an den neuen, dauerhaften Schmuck zu gewöhnen. Dann tritt eine Stimulation aber nur dann ein, wenn das Piercing in größerem Ausmaß bewegt wird.

Hinzu kommt, dass jeder Mann an unterschiedlichen Stellen mehr oder weniger stark reizbar ist und ein Intimpiercing beim Mann auf diverse Weisen Lust bereiten kann.
Wer beispielsweise einen Dydoe trägt, an der Eichel jedoch nicht so leicht reizbar war, genießt nun eine erhöhte Sensibilität in diesem Bereich. Allerdings muss das nicht zwangsweise der Fall sein und das Piercing ist in der männlichen Wahrnehumg weiterhin eher optischer als körperlicher Kick. Oder, der Reiz stammt eher von dem Gedanken an sich. Was ebenso vorkommen kann.

Von daher muss jeder Mann selbst herausfinden, welches Piercing und vor allem, welche Stelle für ihn ideal sind. Unbedingte Voraussetzung ist jedoch, dass das Grundinteresse groß genug ist.

In Bezug auf potenzielle Sexpartner(innen)

Wie schon bei der Optik ist es auch im Hinblick auf die körperlichen Empfindungen eine persönlich-intime Angelegenheit.

Grundsätzlich bieten vor allem die Eichel-Piercings wie der Apallang oder das Prinz-Albert-Piercing zusätzliche Stimulationsmöglichkeiten. Ob diese gleichzeitig von der penetrierten Person als angenehm oder störend wahrgenommen werden, ist individuell unterschiedlich.

De facto bietet ein Intimpiercing beim Mann aber viel Extra-Liebkosungs- und „Spielpotenzial“, was gerade den BDSM-Bereich beim Sex sehr bereichern kann.

Sex und Intimpiercings – worauf kommt es noch an

  • Nur, wenn es gesundheitlich unbedenklichen Schmuck medizinisch korrekt sticht, handelt ein Piercing-Studio wirklich professionell. Was neben dem Vertrauen in die piercende Person selbst von absoluter Unabdingbarkeit ist.
    So kommt es vor, dass ein bestimmtes Intimpiercing beim Mann aus anatomischen Gründen nicht gesetzt werden kann. Solche Situationen sollten offen und ehrlich besprochen werden, damit es nicht zu absehbaren unliebsamen Überraschungen wie der Verletzung von Nerven o.ä. Kommt.
  • Darüber hinaus ist – speziell während des Abheilgunsprozesses – die aufmerksame Pflege und Hygiene von größter Wichtigkeit. Falsch oder gar nicht behandelte Infektionen beispielsweise bergen immer die Gefahr von schwerwiegenderen Folgen wie Unfruchtbarkeit. Sie sollten daher in jedem Fall beachtet und bei Bedarf auch von einem Piercer oder Arzt behandelt werden.
  • Und, last but not least: Auch im Umgang mit dem Piercing selbst ist beim Sex Umsicht gefragt. So manch ein Intimpiercing beim Mann hat schon für einen Riss im Kondom und eine damit verbundene Verhütungspanne gesorgt. Eine erhöhte Aufmerksamkeit schadet daher nie. Gleiches gilt für die Frage, ob sich der Gegenpart beim Sex vom Intimpiercing angenehm stimuliert oder eher gestört fühlt.

Fazit

Ein Intimpiercing beim Mann stellt eine echte körperliche Besonderheit dar und bereichert– richtig gemacht – das Sexleben durch neue sinnliche Eindrücke. Dennoch ist eine Entscheidung dafür keine Kleinigkeit und bedarf einer wohlüberlegten Planung und Durchführung. Ähnlich wie bei einer operativen Penisvergrößerung.

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Quelle:

https://www.onmeda.de/wellness/intimpiercing-intimpiercings-beim-mann-16728-6.html

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